Kind von bellendem Hund gebissen

Wieder versagt ein Sprichwort

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CHEMNITZ – Verzweifelt versuchte der Vater des kleinen Justus (9) den Jungen und den Pitbull-Terrier Wuffels (auch 9) auseinander zu bringen. Es waren schreckliche Szenen, die sich auf einem Spielplatz in Chemnitz abspielten. Einen Moment lang passte er nicht auf, als sich der Hund, der grade noch gebellt hatte, auf ein Mal im Bein seines Sohnes verbiss. Wie konnte es dazu kommen?
Es ist ein altbekanntes Sprichwort: „Hunde die bellen, beißen nicht.“ Es soll andeuten, dass laute Hunde nur eine große Klappe haben und weniger gefährlich sind. Auch Norbert W., der Vater von Justus, dachte so als er mit seinem Sohn auf dem Spielplatz in der Nähe seiner Wohnung einen schönen Nachmittag verbringen wollte. Neben bekannten Spielkameraden war auch ein Pärchen mit seiner Pitbull-Terrier-Kreuzung anwesend.
Nach anfänglichem Abtasten und Beschnuppern fing der Hund an aus voller Kehle zu bellen. „Das war für mich das Zeichen, dass er harmlos ist“, beschreibt ein bei dem Vorfall anwesendes Kind die Situation. „Das hat mir Mutti beigebracht“. Doch das Wissen, das hier von Generation zu Generation weitergegeben wird, muss anscheinend neu überdacht werden. Denn Wuffels sprang den völlig wehrlosen Justus nach seinem Bellen wie aus dem Nichts an und verbiss sich in seiner Wade. „Er hatte gebellt. Das heißt doch er tut uns nichts!“, berichtete Norbert W. fassungslos nach dem Eintreffen des Krankenwagens.
Mit einigem Aufwand befreiten die Sanitäter den Jungen aus dem Maul des Tieres. Ob Justus sein Bein nach seiner Genesung wieder ohne Einschränkungen nutzen kann, ist nach aktuellem Stand noch nicht bekannt. Viel schlimmer jedoch ist, wie viele arglose Menschen durch dieses Sprichwort bereits zu Schaden gekommen sind. Die Dunkelziffer geht ins Fünfstellige. Auch der Bundestag hat inzwischen Wind davon bekommen und will sich noch vor der Wahl 2017 beraten, ob der mutwilligen Verbreitung dieser Fehlinformation ein Riegel vorgeschoben werden kann. Es bleibt jedoch abzuwarten ob den Worten Gesetze folgen.

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