Messie-Wohnung versinkt im Geld

„Für uns ist alles irgendwie wertvoll“

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Verdreckter Boden einer Messie-Wohnung

MÜNCHEN – Ein schreckliches Bild bietet sich, wenn man Familie Schneider in ihren eigenen vier Wänden besucht. Jürgen und Helen sind das, was man im Volksmund als Messie bezeichnet. Sie sammeln Dinge des Alltags und sind unfähig, sich von wertlosen Gegenständen zu trennen. Dementsprechend sieht es in der 90m²-Wohnung in München aus.
Bis zu den Knöcheln watet unser Reporter beim Exklusivinterview des kinderlosen Ehepaars im Dreck. Irgendwann in den letzten Jahren hat es völlig die Kontrolle über das Leben verloren und angefangen Geldscheine und Münzen zu horten.
„Wir konnten einfach nichts davon wegschmeißen. Viele sagen es stinkt, aber für uns ist das alles irgendwie wertvoll. Immerhin hat es ja auch irgendwann jemand mit viel Liebe gedruckt“, erklärt Helen Schneider, wie das Unheil begann. Mittlerweile ist die ganze Wohnung mit Bargeld zugemüllt. Ein normales Leben wird unmöglich. Selbst einfachstes Staubsaugen wird zu einer nahezu unlösbaren Aufgabe.
Lange Zeit verdrängte das Ehepaar die Realität, da sie es nicht wahrhaben wollten, Messies zu sein. Doch am Ende konnten sie nicht einmal mehr Freunde und Verwandte einladen, um sich nicht deren Spott auszuliefern. Sie schotteten sich immer mehr ab. Etwa 6,5 Millionen Euro verschmutzen die Wohnung inzwischen bis in den letzten Winkel. Auch unser Reporter bekam das zu spüren, als er die Wohnung verließ und mehrere Scheine an ihm klebten.
Der Plan die Scheine auf EBay zu versteigern ging ebenfalls schief. „Die meisten Scheine gingen für den doppelten Marktwert weg und verschafften uns noch mehr Ärger“, klagt Jürgen Schneider. „Und letzte Woche haben wir auch noch zwei Millionen geerbt“, berichtet der Hausherr, bevor er völlig aufgelöst in Tränen ausbricht. Seine Frau nimmt ihn schluchzend in den Arm.
Um das Problem in den Griff zu bekommen, gehen die Schneiders jetzt wöchentlich in eine Beratungsstelle und treffen sich mit anderen Münchner Messies, die über ähnliche Probleme klagen. Ob sie das bis zur Genesung durchziehen, ist derzeit unklar.
Wir wünschen den beiden und allen anderen Betroffenen an dieser Stelle gute Besserung und eine schnelle Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

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